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Über akkanautin

Ich bin keine Köchin, sondern nur die Frau, die hier, an Bord der Segelyacht AKKA, das Essen zubereitet. Wir leben seit 2005 auf dem Boot und sind seit 2007 in der Welt unterwegs, zur Zeit im Südpazifik. Für's Kochen bin ich zu ungeduldig, vielleicht auch zu unorganisiert, aber Rezepte machen mir trotzdem Spaß - und Essen auch. Motto: Food happens!

Kiwi-Chutney

Für alle, die gerade Neuseeland erreicht haben oder sonst eine Kiwischwemme erleben…

Auf 1 kg Kiwi, in Bechermaßen „ungefähr“

2 große Zwiebeln, gehackt (das sind etwa zwei Becher voll, ich schneide davon 1/4 in feine nicht zu lange Streifen)
3-4 Knoblauchzehen, sehr fein gehackt oder gepresst
1 Becher (240 ml)  Rohrzucker (brauner hat ein bisschen mehr Karamelaroma)
1 Becher Fruchtessig (Apfel oder Cider oder so…)
1/2 Becher Rosinen
frisch geriebener Ingwer (ich bin da sehr bis zu großzügig, vielleicht ein Esslöffel voll, ca 2 cm Wurzel)
Piment, Pfeffer, eine klitzekleine Chilischote und mal schmecken, ob es „leer“ schmeckt, dann tut etwas Salz gut!

Die Flüssigkeit mit Zucker, Zwiebeln, Knoblauch, Rosinen und den Gewürzen aufkochen und simmern lassen (siehe unsere Diskussion zum Simmern ;) ) bis die Flüssigkeit eindickt, vielleicht 1/2 Stunde ?!
Inzwischen die Kiwis schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Kiwis in die heiße Flüssigkeit geben, aufkochen lassen und simmern, bis eine dickliche Konsistenz erreicht ist.
In saubere Gläser füllen.

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Ingwer-Shortbread AKKA

250 g Butter, Zimmertemperatur (haha in den Tropen 😉 )
120 g Zucker
Vanille
350 g Mehl
Ingwer, nicht zu knapp
falls verfügbar etwas kandierter Ingwer
Wenn die Butter ungesalzen ist, eine gute Prise Salz zufügen.

Den Ingwer reiben, falls vorhanden, den kandierten Ingwer ganz fein hacken, vielleicht 2 EL voll. Einen Mürbeteig aus allen Zutaten kneten, eine Rolle formen und für 30 Minuten in die Kühlbox.legen.
Danach die Rolle in schlichte Scheiben schneiden, die Scheiben auf’s Blech legen und ca. 20 Minuten backen. Aufpassen dass nichts verbrennt – die Kekse sollen golden sein, vielleicht am Rand ein bisschen braun.

Weihnachtliche Plätzchen, noch mehr Varianten…

„mal schnell“ Kekse

Die „malschnell-Kekse“ lassen sich sehr schön weihnachtlich variieren.

Einen Mürbeteig herstellen (Grundregel: 1 Teil Mehl + ½ Teil Fett + ¼ Teil
Zucker, alles rasch, aber gut und gleichmäßig verkneten) und 20 Minuten in
der Kühlbox ruhen lassen.
Oder man nimmt, wenn man in Neuseeland ist, den gekauften von Edwards aus der Kühltruhe 😉
Den Teig zwischen zwei Plastikfolien (Tüte, Clingfolie…) dünn ausrollen, am
besten zu einem Rechteck.
Teig mit dem „Geschmack“* bestreichen und von der Längsseite aufrollen.
Will man exakt runde Kekse, muss die Rolle nochmals in die Kühlung,
ansonsten entstehen beim Schneiden Ovale; wenn man es eilig hat, muss
man/frau mit Ovalen leben.
Backofen oder Backtopf vorheizen.
Die Rolle in ½ cm dicke Scheiben schneiden, die Plätzchen auf Butterbrotpapier
packen und im Ofen oder Topf abbacken, ungefähr 15 Minuten.
* Als „Geschmack“ habe ich ausprobiert:
– Zucker-Zimt-Mischung, einfach aufstreuen
– Vanillezucker mit frisch geriebenem Ingwer gemischt (mein Favorit)
– Macadamiabutter mit Zimt
– Erdnussbutter
Sehr lecker war auch eine Variante, die ich mit Lemon Curd bestrichen habe .
Den Teig habe ich nicht gerollt, sondern einmal geklappt und dann in
Rechtecke geschnitten…
Denkbar sind auch Kakao im Teig, Schokoladefüllungen (z.B. Schokobits) etc.
Die Kekse halten sich, sofern sie nicht gegessen werden, recht gut in einer
luftdicht abschließenden Box.

Weihnachtsplätzchen?!

4.12.2014

Manche Sachen gehen in äquatorialer Hitze überhaupt nicht. Zum Beispiel Backen. Aber was wäre Weihnachten ohne doch das eine oder andere Plätzchen?!
Und weil „der Eigner“ übermorgen Geburtstag hat, wird morgen eben doch mal kurz gebacken…  Für alle Tropenanrainer:

Zimt-Cashew-Mandelhalbmonde
(eigentlich: Zimtsterne, aber dazu braucht man Haselnuss und Förmchen!)

3 Eiweiss
250 g Puderzucker oder zumindest sehr feiner Zucker (Caster,,,)
ca. 300 g gemahlene Nüsse – ich nehme Cashew und Mandel halb und halb, Haselnuss is‘ nich‘ in den Tropen
Zimt

1 weiteres Eiweiß und 50 g Puderzucker für den Guss

Die 3 Eíweiss sehr steif schlagen

Puderzucker und 2-3 TL Zimtpulver unterrühren.
ca. 300 Gramm Nussmehl unterrühren. Die Konsistenz sollte nicht allzu klebrig sein, das verhindert man, indem man schubweise weiteres (Mandel)mehl unterrührt..

Eine glatte Fläche dick mit feinem Zucker bestreuen, den Teig darauf ausrollen, so gut es geht und mit einem Glas Halbmonde ausstechen – ich mache Halbmonde und es verbleibt ein linsenförmiger Rest, der genauso abgebacken wird. Das Glas befeuchte ich vor dem Ausstechen jeweils mit etwas Wasser.

Die rohen Plätzchen auf ein Backblech verfrachten. Teigreste neu verkneten, ausrollen und ausstechen.
Das verbliebene 1 Eiweiss sehr steif schlagen und ca. 50 g Puderzucker unterschlagen; der Guss darf nicht zu flüssig sein, also höchstens sehr vorsichtig tropfenweise mit Wasser auf Konsisenz bringen. Mit einem feinen Pinsel auf die Plätzchen tupfen.
Bei max. 140 °C ca. 30 Minuten „backen“, oder auch länger – eigentlich ist es ein Trockenvorgang. Der Baiserguss sollte aber hell bleiben!.

Für Faule: No-knead-Bread „Blauwasser“

Keine Knete! No Knead Bread aus dem Wok

Keine Knete!
No Knead Bread aus dem Wok

Kupang/Timor, 10.8.2014

Hatten wir das schon, das „no-knead-bread“? Ich habe die Rezeptidee von Anita beim „Ollen Himmelsglitzerdings„, habe aber die Mehlzusammenstellung geändert, schlicht, weil es hier an Bord (und in Indonesien sowieso) keinen Dinkel gibt („spelt“ auf Englisch).

Ich habe das heute erstmalig probiert und bin, nun ja, mittelerfreut…  Nachtrag 22. August: Mittlerweile habe ich das dritte Brot gebacken, mit kleinen Suaerteiganteilen, und ich frage mich, wann und wie ich zum normalen Brot zurückkehren muss/soll/werde…. Prima, prima!
Die Krume ist grob und feucht-saftig, die Kruste ist hervorragend.  Für den ersten Versuch nicht schlecht.  Man kann es sicher noch ein bisschen aufpeppen…

Zutaten:

200 g Weißmehl

600 g Vollkorn-Weizenmehl

1 knapper EL Salz

1 1/2 TL Trockenhefe

600-700 ml zimmerwarmes Wasser (in den Tropen kein Problem 😉 , aber bitte ohne Silberionen oder andere Desinfektionsmaßnahmen, das mag die Hefe nicht! )

Man nimmt eine große (!) Schüssel, füllt die Trockenzutaten hinein und mischt sie sehr gut durch.
Danach rührt man das Wasser unter – nur so lange rühren, bis man den Eindruck hat, dass keine trockenen Stellen mehr vorhanden sind. Falls es zu zäh wird – merkt man rasch! – etwas mehr Wasser zugeben.

Den Teigansatz mit etwas Mehl abstreuen, die Schüssel abdecken und über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen – 10-12 Stunden.  Am Morgen hatte sich die Schüssel mit einem schaumigen Teig gefüllt, glücklicherweise nur bis zwei Fingerbreit unter der Kante.
Zur Orientierung; Die Rührschüssel fasst 4 l.

Ofen anheizen (auf maximale Hitze – ich war aber ungeduldig und habe das Brot schon vorher reingeschoben, Gasverbrauch ist Gasverbrauch…), inzwischen eine schwere Backform gut mehlen.
Einen „Bräter“ gibt es bei uns nicht, also habe ich meinen Wok gemehlt und die Teigmasse hineinrutschen lassen. Etwas Mehl drüber streuen, mit einem Deckel abdecken und ab in den Ofen.

Backzeit:
25 Minuten volle Hitze (>250 °), dann herunterregeln (ergibt bei mir ca. 200 °C), nochmals 25 Minuten backen.
Danach den Deckel abnehmen und nochmals 20 Minuten weiterbacken. Ich habe zum Schluss, wie immer, das Brot aus der Form genommen und kopfüber nochmals 10 Minuten nachgebacken.

Anmerkung: durch die Wokform wird das Brot vergleichsweise flach, aber ich denke, es sollte in nicht zu engen Formen gebacken werden – man könnte versuchen, den Teig auf zwei normale Kastenform zu verteilen. Das Stichwort „Bräter“ ist aber nicht unwesentlich, denn Brattöpfe oder Woks sind schwer und speichern mehr Hitze – das ist für die Kruste bestimmt nicht schlecht.

Ein bisschen früh angeschnitten... Aber die Kruste ist wirklich gut!

Ein bisschen früh angeschnitten… Aber die Kruste ist wirklich gut!

Fazit:  Für ein Frühstücksbrot wirklich nicht schlecht, weil man sich die Kneterei und das Gehenlassen spart, und frühmorgens ist es hier noch einigermaßen kühl; frau muss nur früh aufstehen, um den Ofen anzuschmeißen. DIe Form kann man schon am Abend fertig machen (würde ich speziell nicht machen, weil der Wok sonst rostet). Normalerweise bin ich mit dem Backen den halben Nachmittag beschäftigt – nicht durchgehend, aber mit den Geh- und Backzeiten doch weitgehend gebunden.
Ganz praktisch.  Ich werde mal mit leichten Sauerteigzugaben experimentieren für mehr „Geschmack“, aber ich kann mir auch einen kleinen Anteil an Saaten o.ä. vorstellen.

Lu – oder wie man Taro zubereitet…

Weil so mancher nicht weiß, was er/sie mit den so weit verbreiteten Taro-Blättern machen soll:

Hier auch noch das LU – „Rahmspinat“ Rezept:

Lu sind in Tonga die Blätter der Taropflanze. Diese Blätter und auch die Knolle enthalten Kristalle, die ein unangenehmes Kratzen im Hals verursachen können, wenn man sie nicht lange genug in viel Wasser kocht. Das Kochwasser auch nicht weiterverwenden, sondern abgiessen.

Taroblätter erhält man auf den Märkten, meist zu einem Bündel zusammengerollt.

Für 4 Personen
8-12 grosse Taroblätter
ca. 150 ml Kokosmilch (aus etwa 2 Kokosnüssen, nicht verdünnt)
Salz
Pfeffer
Chilli
Oliven (nach Geschmack)

Die Blätter waschen, die dicken Rippen rausschneiden und in topfgrosse Stücke schneiden. In einem grossen Topf mit Wasser und etwas Salz bedeckt ca. 15 Minuten köcheln lassen, dann im Ganzen umdrehen (nicht rühren) und nochmals 15 Minuten köcheln. Wasser abgiessen, evtl. überbrausen.
In einen Mixbecher/hohe Schüssel geben, Gewürze, Kokosmilch und eventuell Oliven oder Ähnliches dazugeben.
Mit dem Pürierstab pürieren. Warm servieren.

So macht man Kokosmilch!

So macht man Kokosmilch!

Alternativ: In einem Topf Zwiebeln in Öl anrösten, gekochte Taroblätter kleinschneiden, mit in den Topf geben. Nach Geschmack abschmecken.

Wenn man hat, Kokosmilch zugeben, oder auch normale Milch.

Guten Appetit!

Hopa-Rösti

Deutsches TO-pfglück: vorn rechts auf dem Teller Hopa und Lu!

Deutsches TO-pfglück: vorn rechts auf dem Teller Hopa und Lu!

Hier kommt ein echtes TO-Rezept (ein Schelm, der Böses dabei denkt, denn .to ist die Länderkennung für Tonga!) . Das Rezept kommt von Elke und Werner auf Fofoa in der Vava’u-Gruppe, und ist eine Form des Röstis.

Hopa sind in Tonga die dicken, ca. 20 cm langen Kochbananen, die grün verarbeitet werden. Sicher kann man auch die grösseren Kochbananen nehmen, u.U. auch grüne „normale“ Bananen, aber die schmecken nicht so gut.
Die Hopa kann man auch gelb werden lassen und so essen, in Scheiben schneiden und mit Öl in der Pfanne braten und Zucker drauf… (Anmerkung von der Posterin: oder in dünne Chips hobeln und mit Meersalz und/oder Chili gewürzt im Backofen rösten)

Für die Rösti also grüne Kochbananen verwenden, etwa eine pro Person

Rezept für 4 Personen:

4 Hopa (Kochbananen), UNREIF – grün
Öl
Salz
Pfeffer
Chili (-schoten) (Pepperoni)

Rezeptvariante  1

ca. 150 gr. Corned Beef

Rezeptvariante  2

2 Eier

Die Kochbananen mit dem Messer schälen. Wenn der Saft zu zäh ist, Messer leicht einölen (hilft auch beim Säubern von Messern, die mit Bananen oder Brotfruchtsaft verschmiert sind).

Bananen auf einer groben Reibe raspeln.
Die geraspelten Bananen mit Salz, Pfeffer, Chilli mischen und ENTWEDER mit dem Corned Beef ODER mit dem Ei.

Gut fingerdick in eine geölte Pfanne geben und auf beiden Seiten goldbraun backen. Dabei sicherstellen, dass das Innere auch durchgebacken ist.

Heiss servieren.